Round-Teeth Technology
Die Rundzahntechnologie wurde von Kappstein entwickelt, einem deutschen Maschinenbauunternehmen, das sich auf Hochleistungsantriebe spezialisiert hat.
Kettenantriebe sind aufgrund ihrer mechanischen Effizienz, ihrer einfachen Konstruktion und ihrer bewährten Langlebigkeit weit verbreitet. Trotz dieser Vorteile beinhaltet der herkömmliche Eingriff von Kette und Ritzel zwangsläufig eine Relativbewegung zwischen Kettenglied und Zahnflanke. Diese Gleitbewegung trägt zu Reibung, Oberflächenverschleiß und einem erhöhten Energieverlust bei.
Die traditionelle Kettenradkonstruktion hat sich weitgehend durch empirische Optimierung entwickelt. Der Schwerpunkt liegt typischerweise auf Zahnfestigkeit, Haltbarkeit, Herstellbarkeit und sicherem Kettenhalt. Obwohl diese Parameter wesentlich sind, wird die Kinematik des Ketteneingriffs selten als primäre Optimierungsvariable betrachtet. Gleitkontakt wird allgemein als systembedingte Eigenschaft akzeptiert.
Unsere Arbeit konzentriert sich genau auf diese Schnittstelle.
Durch eine detaillierte Analyse der Kettengelenkung und der Zahneingriffsgeometrie untersuchen wir, wie einzelne Kettenglieder unter Last auf das Kettenrad auf- und abgleiten. Diese Methodik wird im Abschnitt „Unsere Technologie“ näher erläutert. Sie umfasst die relative Winkelbewegung des Kettengelenks, die Lastübertragung über das Zahnprofil und die Bewegung der Kontaktpunkte während der Rotation.
Auf Grundlage dieser kinematischen Analyse entwickeln wir Zahngeometrien, die dem natürlichen Bewegungspfad der Kette genauer entsprechen. Durch die Ausrichtung der Kontaktflächen an der Gelenkbahn der Kette wird das relative Gleiten an der Schnittstelle reduziert.

Das Ergebnis ist eine Veränderung des Eingriffsverhaltens – von überwiegend gleitendem Kontakt hin zu einer stärker rollenden Interaktion. Dies trägt zu einer verbesserten mechanischen Effizienz, einer gleichmäßigeren Kraftübertragung und einem geringeren Verschleiß über die gesamte Lebensdauer bei.
Die Round-Teeth-Technologie stellt somit eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Konstruktionsmethodik für Kettenantriebe dar. Anstatt sich primär auf empirische Parameteranpassungen zu stützen, wendet sie die Kontaktkinematik als zentrales Konstruktionsprinzip bei der Entwicklung der Kettenblattzähne an. Diese Technologie kommt bei Kappstein-Kettenblättern für Bahn-, Mountainbike- und Gravelbikes zum Einsatz.